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Salsa Verde ohne Ei

Eine frische Salsa Verde ohne Ei, ideal zu gekochtem Fleisch.

Portionen: 4 Vorbereitung 10 Min. Grundrezepte
Enthält: Fisch und Meeresfrüchte
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Zutaten

Salsa Verde ohne Ei — zutaten: Petersilie, Sardellen, Thunfisch, gekochter Reis, Chilischote, Salz

Zubereitung

  1. Geben Sie die gewaschene und trocken getupfte Petersilie, die Knoblauchzehe, die Sardellen, den Thunfisch, den gekochten Reis, den weißen Essig, die Chilischote, Salz und Olivenöl in den Mixbecher.

  2. Alles glatt pürieren.

  3. Bei Bedarf nachsalzen.

  4. Zu gekochtem Fleisch servieren.

Salsa Verde ohne Ei ist im Grunde ein Trick. Das Original, die italienische Salsa Verde aus dem Piemont, nimmt hartgekochtes Eigelb, um der Sauce Bindung und Fülle zu geben, ohne dass sie nach reinem Öl schmeckt. Hier macht gekochter Reis diesen Job. Stärke bindet Flüssigkeit und dickt an, genau wie Eigelb es tut, nur ohne den Cholesterin-Beigeschmack und ohne das Risiko, dass einem rohes Ei im Kühlschrank zu lange steht. Das ist keine Verarmung des Rezepts, das ist Chemie, die den Umweg über das Ei einfach überspringt.

Der Rest der Sauce ist eine Balance aus Salzigem, Saurem und Grünem. Petersilie gibt Frische und Farbe, Sardellen und Thunfisch geben Tiefe und das Salzige, das sonst pures Salz liefern müsste, Essig gibt die Säure, die das Ganze aufweckt und nicht schwer im Mund liegen lässt. Olivenöl ist das Bindemittel für alles, der Transport, in dem die Aromen schwimmen.

Das Schöne daran: es gibt hier keine Herdtemperatur zu erklären, keine Garzeit zu erraten. Alles passiert im Mixer, kalt, roh im Sinn von unverändert. Die einzige Hitze im ganzen Rezept steckt im Reis, der schon fertig gekocht in die Schüssel kommt, und in den Sardellen, die schon durch Salz und Zeit "gegart" wurden, bevor sie in der Dose landeten.

Serviert wird das zu gekochtem Fleisch, in Deutschland würde ich sagen: zu Rindfleisch aus der Brühe, mit Kartoffeln daneben. Das ist kein Zufall, sondern die alte piemontesische Logik: Bollito misto, gekochtes Fleisch, braucht etwas Scharfes und Frisches daneben, sonst wird das Essen fad. Die Sauce ist der Gegenpol zum milden Fleisch.

Bei der Petersilie zählt vor allem, dass sie wirklich trocken ist, bevor sie in den Mixer kommt. Nasse Petersilie verdünnt die Sauce unnötig und macht sie wässrig statt cremig. Deshalb waschen, dann mit einem Tuch oder Küchenpapier trocken tupfen, das ist kein überflüssiger Schritt, sondern verhindert genau diesen Fehler. Glatte Petersilie hat mehr Aroma als die krause Zierpetersilie, falls man die Wahl hat, aber beide funktionieren.

Sardellen und Thunfisch sind hier nicht zwei verschiedene Fischsorten, sondern zwei Abstufungen von Umami und Salzigkeit. Sardellen sind intensiver, fast wie ein Würzmittel, Thunfisch ist milder und gibt Masse. Wer keine Sardellen mag oder hat, kann versuchen, mit etwas mehr Salz und einem Löffel Kapern die salzige Schärfe nachzubauen, das Kriterium ist: etwas sehr Salziges und leicht Fermentiertes, das Tiefe gibt, nicht nur Salz pur.

Der gekochte Reis muss wirklich durch und weich sein, kein Al-dente-Reis mit Biss, sonst bindet er nicht richtig und man schmeckt einzelne Körner statt einer glatten Sauce. Übrig gebliebener Reis vom Vortag ist ideal, das ist auch der wirtschaftliche Grund, warum solche Saucen oft Reste verwerten: Resteverwertung war nie eine Schande, sondern Küchenlogik.

Der weiße Essig bringt die Säure, die Fett und Salz ausbalanciert. Hier kann man nehmen, was im Haus ist, solange es ein milder, heller Essig ist, Apfelessig geht notfalls auch, nur sollte er nicht so stark schmecken, dass er die Petersilie überdeckt. Das Kriterium ist Säure ohne Eigengeschmack, der sich in den Vordergrund drängt.

Chilischote ist nach Geschmack, das heißt: wer Schärfe mag, nimmt eine frische oder getrocknete Chili, wer nicht, lässt sie weg oder nimmt eine Prise Chiliflocken. Olivenöl sollte man nicht sparsam zugeben, es ist hier das Bindemittel und der Geschmacksträger, am besten ein mildes, nicht zu bitteres Öl, damit die Petersilie nicht von der Bitterkeit erschlagen wird.

Eine Kleinigkeit zur Geduld: die Sauce schmeckt schon fertig, sobald sie glatt ist, aber wer sie eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen lässt, bevor er sie serviert, merkt, dass sich Salz und Säure besser verteilen. Das ist kein Muss, aber ein kleiner Vorteil, den Eile einem nimmt.

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