VollkornkuchenKI-Foto

Vollkornkuchen

Ein einfacher, saftiger Kuchen aus Vollkornmehl mit Zitrus-Aroma.

Portionen: 6 Kochzeit 60 Min. Backen
VegetarischEnthält: Gluten, Milch, Eier
Die Kennzeichnungen werden automatisch aus den Zutaten ermittelt und können fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel die Verpackung.

Zutaten

Vollkornkuchen — zutaten: Weizenvollkornmehl, Zucker, Eier, Sonnenblumenöl, Milch, Backpulver

Zubereitung

  1. Zucker in eine Schüssel geben, Eier dazugeben und einige Minuten schaumig und luftig schlagen

  2. Dabei weiterrühren und das Sonnenblumenöl in dünnem Strahl einlaufen lassen

  3. In mehreren Portionen das Mehl zusammen mit dem Backpulver zugeben und gut verrühren

  4. Zimmerwarme Milch zugießen und die Zitronen- oder Orangenschale für das Aroma unterrühren

  5. Mit dem Schneebesen zu einer glatten, homogenen Masse verrühren

  6. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen

  7. Den Teig in eine Form mit etwa 24 Zentimetern Durchmesser geben und die Oberfläche mit einem Spatel glattstreichen

  8. Den Kuchen etwa 1 Stunde backen und die Garprobe mit einem Holzstäbchen prüfen

    60 Min.
  9. Den Kuchen vor dem Herausnehmen aus der Form vollständig auskühlen lassen

  10. Mit reichlich Vanille-Puderzucker bestäuben und servieren

Das ist ein Rührkuchen, der ohne Butter auskommt, ohne Sauerrahm, ohne irgendein Milchprodukt in nennenswerter Menge – nur Öl und ein bisschen Milch. Das ist keine Sparvariante, das ist das Prinzip. Öl bleibt bei jeder Temperatur in der Küche flüssig, Butter nicht. Deshalb bleibt dieser Kuchen auch am nächsten Tag noch saftig und wird nicht bröckelig-trocken, wie es Butterkuchen aus dem Kühlschrank gern tut.

Vollkornmehl ist hier kein Gesundheitsgewissen, das man sich kauft, sondern eine Textur-Entscheidung. Es nimmt mehr Flüssigkeit auf als Weißmehl, es bringt die Kleie mit, die etwas Schwere und etwas Biss gibt. Wer das nicht kennt, denkt beim ersten Anschnitt: zu dicht. Nein, das ist kein Fehler, das ist, wie Vollkornteig sich verhält – er geht nie so hoch und so wolkig auf wie einer aus Weißmehl, und das soll er auch nicht.

Der ganze Mechanismus hängt an zwei Stellen, die man nacheinander abarbeitet: erst Luft in die Masse schlagen, dann diese Luft nicht wieder zerstören. Eier und Zucker schaumig schlagen heißt, kleine Luftblasen im Zucker-Ei-Gemisch einzuschließen – die tragen später den Kuchen, sie sind die Hefe des Rührteigs, nur mechanisch statt biologisch. Alles danach – Öl, Mehl, Milch – muss vorsichtig untergehoben werden, sonst sind die Blasen weg, und der Kuchen bleibt flach und zäh.

Die Eier-Zucker-Phase ist der Motor des ganzen Kuchens, deshalb lohnt sich da die meiste Geduld. Ein paar Minuten mit dem Mixer, bis die Masse hell wird und am Schneebesen in dicken Bändern abreißt statt zu tropfen – das ist das Zeichen, nicht die Uhr. Zu früh aufgehört, und der Kuchen hat von Anfang an zu wenig Trägheit für die Luft, die er später braucht.

Das Öl kommt dünn und langsam rein, nicht auf einmal, aus demselben Grund, aus dem man bei einer Mayonnaise das Öl nicht in einem Schwall zugießt: die Emulsion aus Ei und Fett hält nur, wenn das Fett Zeit hat, sich fein zu verteilen, statt sich in großen Tropfen abzusetzen. Setzt sich das Öl ab, bekommt man später fettige Flecken im fertigen Kuchen statt einer gleichmäßigen Krume. Sonnenblumenöl ist hier Standard, weil es geschmacklich neutral ist – Rapsöl geht genauso, jedes andere flüssige, neutrale Pflanzenöl auch. Olivenöl würde den eigenen Geschmack mitbringen, das will man bei einem Kuchen mit Zitrusschale meist nicht.

Das Backpulver kommt zusammen mit dem Mehl, nicht einzeln aufgelöst, und das ist kein Zufall: Backpulver reagiert mit Feuchtigkeit und Wärme, und vermischt mit dem trockenen Mehl verteilt es sich gleichmäßig in der ganzen Masse, bevor es überhaupt zu arbeiten anfängt. Löst man es vorher in Flüssigkeit auf, startet die Reaktion zu früh, und ein Teil der Triebkraft ist verpufft, bevor der Kuchen im Ofen ist.

Die zimmerwarme Milch ist eine kleine, aber wichtige Regel: Kalte Milch in eine schaumig geschlagene Ei-Öl-Masse lässt das Fett wieder fest werden, zumindest stellenweise, und die Emulsion reißt. Zehn Minuten vorher aus dem Kühlschrank holen reicht.

Zitronen- oder Orangenschale – man nimmt nur die farbige, äußere Schicht, nicht das Weiße darunter, das ist bitter. Wer keine frische Zitrusfrucht hat, kann mit etwas Vanille arbeiten, das ist ein anderes Aroma, aber es erfüllt dieselbe Aufgabe: dem Kuchen eine Nase geben, die reiner Zucker und Ei allein nicht haben.

Zum Ofen: 180 Grad ist die Temperatur, bei der dieser Kuchen von außen nach innen gar wird, ohne dass die Kruste verbrennt, bevor die Mitte nachgezogen ist – ein gewöhnlicher Haushaltsherd mit Ober-Unterhitze schafft das gut, aber jeder Ofen heizt anders, deshalb zählt am Ende nur die Stäbchenprobe: sticht man hinein und zieht das Holzstäbchen sauber heraus, ohne nassen Teig daran, ist er fertig, die Stunde ist nur die Untergrenze dafür. Und danach kommt die Geduld, von der hier niemand spricht, aber die trotzdem Zutat ist: der Kuchen muss in der Form komplett auskühlen. Schneidet man ihn warm an, ist die Krume noch nicht fertig gesetzt, und er fällt zusammen oder klebt am Messer – das Auskühlen ist kein Nebenschritt, das ist der letzte Teil des Backens, nur ohne Ofen.

·

Dieses Rezept melden hello@fridge.menu