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Pasta mit Garnelen

Spaghetti mit Garnelen in einer würzigen Tomatensauce mit Weißwein, Kapern und Petersilie.

Portionen: 4 Kochzeit 25 Min. Pasta
Enthält: Gluten, Fisch und Meeresfrüchte
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Zutaten

Pasta mit Garnelen — zutaten: Spaghetti, Garnelen, Schalotte, Knoblauch, Olivenöl, Tomatenpassata

Zubereitung

  1. Fein gehackten Knoblauch und Schalotte in Olivenöl in einer Pfanne anbraten.

  2. Gehackte Sardellen und zerdrückte Chilischote hinzufügen.

  3. Garnelen hinzugeben, kurz anbraten lassen, dann mit Weißwein ablöschen.

  4. Den Weißwein verdampfen lassen.

  5. Geschnittene Kirschtomaten (Pachino) hinzufügen und garen, bis sie weich sind.

  6. Tomatenpassata einrühren und die Sauce weiter köcheln lassen, nach Geschmack salzen. Garpunkt: an der dicksten Stelle 63 °C.

  7. Kapern hinzufügen und die Sauce mit Petersilie bestreuen.

  8. Spaghetti in reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen.

  9. Das Wasser von den Spaghetti abgießen.

  10. Die Pasta zur Sauce in die Pfanne geben, noch etwas Petersilie hinzufügen und alles auf dem Herd vermengen.

Das ist eine Sauce aus dem süditalienischen Küstengedächtnis: Sardelle und Garnele, Wein und Tomate, nichts Sahniges, nichts, das die Pfanne schwer macht. Sie hängt an einem einzigen Moment – dem Augenblick, in dem die Garnele von glasig zu rosa kippt und sofort aus der Hitze muss. Alles davor ist Vorbereitung dieses Moments, alles danach ist Rettung, falls er verpasst wurde.

Man sieht es der Sauce an, wenn sie fertig ist: sie wird nicht dick wie eine Bolognese, sie wird glänzend. Das Olivenöl trennt sich leicht an den Rändern der Pfanne, die Tomate hat Farbe angenommen, nicht mehr das helle Rot der Dose, sondern ein dunkleres, fast ziegelfarbenes Rot, weil Wasser verdampft ist und sich Zucker leicht karamellisiert hat. Das ist der Punkt, nicht die Uhr.

Manche sagen, Meeresfrüchtesaucen brauchen lange auf dem Herd, damit sich die Aromen "verbinden". Aber nein, denn genau das Gegenteil passiert: lange Hitze zieht der Garnele das Wasser und die Zartheit raus, sie wird zu Gummi, und die Sauce schmeckt dann nach gekochtem Gummi mit Tomate. Die Garnele ist in diesem Gericht kein Fond, kein Geschmacksträger zum Auskochen – sie ist der Hauptdarsteller, und Hauptdarsteller lässt man nicht zweimal auf die Bühne, wenn man sie einmal schon verbrannt hat.

Die Garnele selbst entscheidet, wie gut das Essen wird, mehr als jede andere Zutat hier. Frisch heißt: fester Panzer, kein Ammoniakgeruch, Kopf noch dran wenn möglich, denn im Kopf sitzt ein Teil des Geschmacks, den später die Sauce aufnimmt. In einer gewöhnlichen Wohnungsküche in Deutschland wird man meist gefrorene Garnelen kaufen, aus Zuchtbetrieben in Südostasien oder Südamerika, nicht aus der Adria – das ist keine Schande, nur Wirtschaft: frische Garnele reist nicht gut, gefrorene schon, und schockgefrorene Ware direkt nach dem Fang ist oft besser als "frische" Ware, die drei Tage auf Eis gelegen hat. Wichtig ist nur: langsam im Kühlschrank auftauen, nicht unter heißem Wasser, sonst verliert sie Saft, bevor sie überhaupt in die Pfanne kommt, und dann ist sie beim Anbraten schon halb ausgetrocknet.

Die Sardelle ist hier kein Fischgeschmack, sie ist Salz mit Tiefe. Zerfällt sie in der heißen Pfanne mit dem Öl, löst sie sich fast auf, man schmeckt sie nicht als Fisch, sondern als etwas, das die ganze Sauce würziger macht, ohne dass man sagen könnte, woher. Wer keine Sardelle hat oder mag: das Kriterium ist "salzig-fermentiert-umami", und dafür reicht auch eine kleine Menge Fischsauce oder notfalls etwas mehr Salz plus ein Spritzer Sojasauce – nicht dasselbe, aber dieselbe Rolle im Stück.

Die Schalotte statt Zwiebel ist kein Snobismus, sondern Milde: Schalotte hat weniger Schärfe, zergeht leichter, lässt die Garnele den Ton angeben statt sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Fein gehackt heißt wirklich fein, Messerspitzenbreite, denn in dieser kurzen Garzeit hat ein grober Würfel keine Chance, weich zu werden – er bleibt roh-bissig und stört. Hat man nur normale Zwiebel im Haus, nimmt man weniger davon und etwas länger Zeit bei kleiner Hitze, bevor der Knoblauch dazukommt.

Der Weißwein hat eine einzige Aufgabe: Säure und Aroma in die Pfanne bringen, während er verdampft die Röstspuren vom Pfannenboden löst, die sonst verloren wären. Er muss komplett verdunsten, man riecht es – solange es nach Alkohol riecht, ist er noch da, erst wenn der Duft nach Wein weg ist und nur noch Säure im Hintergrund bleibt, ist der Schritt fertig. Ohne Wein geht es auch, mit etwas Zitronensaft und einem Schluck Wasser, aber dann fehlt die kleine Komplexität, die Gärung mitbringt und die Zitrone allein nicht kann.

Die Kirschtomaten, besonders die kleinen süßen aus Pachino, bringen Frische und Süße gegen die Säure der Passata – deshalb kommen sie zuerst in die Pfanne und dürfen weich werden, bevor die Passata dazukommt, sonst verkocht man die frische Süße gemeinsam mit der stärkeren Säure der Dosenware und beides verliert seinen eigenen Charakter. Hat man keine kleinen süßen Tomaten zur Hand, normale reife Tomaten tun es auch, geviertelt, nur braucht man dann vielleicht eine kleine Prise Zucker gegen die größere Säure.

Und die Geduld: die Pasta kommt zum Schluss in die Pfanne, nicht die Pfanne zur Pasta im Topf. Das Wasser bleibt heiß und gesalzen auf dem Herd stehen, der Topf wird nicht vorzeitig entsorgt, denn manchmal braucht die Sauce noch einen Löffel Nudelwasser, um sich an die Spaghetti zu binden, statt als Flüssigkeit am Tellerrand stehenzubleiben. Wer das Nudelwasser wegschüttet, bevor er sicher ist, dass er es nicht mehr braucht, muss am Ende mit Leitungswasser nachhelfen – es geht, aber es bindet schlechter, weil die Stärke fehlt.

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