Haselnuss-EisKI-Foto

Haselnuss-Eis

Cremiges Eis mit geröstetem Haselnussmehl und Milchschokolade – ein feines Dessert für besondere Anlässe.

Portionen: 4 Vorbereitung 30 Min. Kochzeit 60 Min. Desserts
VegetarischEnthält: Milch, Nüsse, Eier
Die Kennzeichnungen werden automatisch aus den Zutaten ermittelt und können fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel die Verpackung.

Zutaten

Zubereitung

  1. Die Haselnusskerne im Ofen bei 175°C mit Umluft 10 Minuten rösten, bis die Haut aufreißt.

    10 Min.
  2. Die Nüsse in ein sauberes Tuch legen und die Haut vollständig abreiben.

  3. Die warmen Haselnusskerne in der Küchenmaschine zu feinem Haselnussmehl mahlen.

  4. Haselnussmehl, Milch und Salz in einem Topf langsam unter Rühren auf 90°C erhitzen.

  5. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung mit dem Stabmixer aufschlagen.

  6. Die Mischung durch ein Sieb in eine Schüssel passieren und die Haselnussmilch beiseitestellen.

  7. Eigelb mit Zucker zu einer luftigen, hellen Masse aufschlagen.

  8. Sahne, Milchschokolade und Haselnussmilch in einem Topf fast zum Kochen bringen.

  9. Die heiße Milchmischung langsam unter Rühren in die Eigelbmasse einrühren, dann alles zurück in den Topf geben.

  10. Unter Rühren erhitzen, bis die Temperatur genau 80°C erreicht – mit einem Küchenthermometer prüfen.

  11. Die Haselnusscreme 1 Stunde oder über Nacht im Kühlschrank kaltstellen, dann in der Eismaschine bis zur gewünschten Konsistenz schlagen.

    60 Min.
  12. Das Eis vor dem Servieren 2 Stunden in den Gefrierschrank stellen.

    120 Min.

Haselnuss-Eis ist im Grunde eine Crème anglaise, der man Haselnussmilch statt reiner Milch gibt – und das ändert alles. Das ganze Rezept hängt an einem einzigen Punkt: der Eigelb-Milch-Mischung, die genau bis 80°C gehen darf und keinen Grad mehr. Unter 80°C bindet das Eigelb nicht richtig, das Eis wird später eisig und körnig statt cremig. Über 80°C stockt das Eigelb, dann hast du süßen Rührei-Geschmack in deiner Sahne, und das ist nicht mehr zu retten.

Deshalb das Thermometer. Manche sagen, man braucht kein Thermometer, man sieht doch, wann die Creme andickt – ja, aber dieses Andicken passiert in einem Fenster von etwa zwei, drei Grad, und auf einem normalen Wohnungsherd, der gern nachheizt, auch wenn die Platte schon runtergedreht ist, reicht das aus, um die Creme über die Kante zu kippen, bevor du reagieren kannst. Mit Thermometer siehst du die 80°C kommen und kannst den Topf im richtigen Moment vom Herd nehmen.

Das Rösten der Nüsse ist kein Deko-Schritt. Die Hitze zerstört Feuchtigkeit und löst Öle aus der Zelle, und genau dieses Öl ist es, was später die Milch nach Haselnuss schmecken lässt, nicht die Nuss selbst, die am Ende durchs Sieb fliegt. Die Haut muss runter, weil sie bitter ist und das zarte Röstaroma sonst übertönt.

Geduld ist hier Zutat, nicht Floskel: eine Stunde kalt stellen, dann in die Maschine, dann nochmal zwei Stunden Gefrierschrank. Wer das abkürzt, bekommt ein Eis, das zwar schon fest aussieht, aber beim ersten Löffel zerfließt wie Pudding mit Eiswürfeln drin.

Die Haselnüsse sind der Namensgeber, aber nicht der einzige Geschmacksträger – entscheidend ist, dass du sie frisch kaufst, also ungeschält möglichst, oder wenigstens aus einer Packung, die nicht schon ein Jahr im Regal stand, denn Nussöle werden ranzig, und ranzige Nuss schmeckt man im Eis sofort, da hilft kein Rösten mehr. Fehlen dir Haselnüsse ganz, nimm eine andere ölreiche Nuss, die sich fein mahlen lässt und beim Rösten ein eigenes Aroma freisetzt – Mandeln funktionieren nach dem gleichen Prinzip, nur mit anderem Ergebnis.

Milch und Sahne zusammen geben dir die Fettmenge, die ein Eis braucht, um beim Gefrieren nicht zu Eisblock zu werden, sondern cremig zu bleiben. Das Fett verhindert, dass sich große Eiskristalle bilden. Nimmst du nur Milch oder fettarme Sahne, wird dein Eis härter und kristalliger – das ist Physik, keine Pech-Sache.

Eigelb ist der Emulgator und Bindemittel in einem. Fünf Stück für diese Menge ist viel, aber genau das macht den Unterschied zwischen einem italienischen Gelato-artigen Eis und einer billigen Wassereis-Textur. Zucker mit dem Eigelb aufschlagen, bis die Masse hell und luftig wird, ist kein Schönheitsschritt: Der Zucker löst sich im Eigelb und verhindert, dass die Proteine beim späteren Erhitzen zu schnell gerinnen – genau das schützt dich zusätzlich vor dem Rührei-Fehler von oben.

Die Milchschokolade ist hier eher Geschmacksrunder als Hauptdarsteller – sie bringt Fett, etwas Kakao-Bitterkeit und mehr Süße in die Haselnussmilch. Fehlt sie dir, kannst du sie weglassen oder durch etwas mehr Zucker ersetzen, aber der Geschmack wird dann flacher, einfacher, weniger nach Nutella-Vorbild, wenn man so will.

Das Salz schließlich ist die kleinste Zutat mit dem größten Effekt: eine Prise genügt, um die Süße zu brechen und das Nussige lauter zu machen. Ohne Salz schmeckt das Eis stumpf-süß statt rund. Manche halten Salz in Süßspeisen für überflüssig, aber nein – es ist genau der Kontrast, der Haselnuss-Aroma von "süß" zu "schmackhaft" macht.

Zur Eismaschine: hast du keine, stell die Creme flach in eine Metallschale und rühre alle 30 Minuten kräftig durch, bis sie fest wird – das ersetzt die Maschine durch Handarbeit, braucht aber mehr Aufmerksamkeit, weil sich sonst doch wieder die großen Eiskristalle bilden, die wir eigentlich vermeiden wollten.

Dieses Rezept melden hello@fridge.menu