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Kabeljau nach Livorneser Art

Kabeljau in würziger Tomatensauce mit Oliven, Kapern und Sardellen, serviert mit knusprigen Brotcroutons.

Portionen: 2 Kochzeit 60 Min. Fisch
Enthält: Gluten, Fisch und Meeresfrüchte
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Zutaten

Kabeljau nach Livorneser Art — zutaten: Kabeljau, Brotcroutons, Tomatenpassata, Schwarze Oliven, Knoblauch, Zwiebel

Zubereitung

  1. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die gehackte Zwiebel und die Knoblauchzehe hinzufügen und anbraten.

  2. Die Sardellen hinzufügen, kurz anziehen lassen, dann die Kapern, die schwarzen Oliven und die Tomatenpassata einrühren.

  3. Die Sauce köcheln lassen, dabei von Zeit zu Zeit etwas Wasser angießen.

    30 Min.
  4. Die Brotcroutons im Ofen aufwärmen.

  5. Die Kabeljaustücke mit etwas Olivenöl in der Pfanne anbraten.

  6. Mit Salz und schwarzem Pfeffer auf beiden Seiten würzen.

  7. Die Kabeljaustücke in die Sauce legen, mit einem Deckel abdecken und bei mittlerer Hitze schmoren, dabei den Fisch nach 5 Minuten wenden.

    10 Min.

Livorno ist eine Hafenstadt, und in Hafenstädten kocht man, was das Meer übriglässt, mit dem, was im Vorrat steht. Sardellen und Kapern sind eingelegt, Oliven sind eingelegt, Passata ist eingekocht – alles Dinge, die nicht verderben, während der Fisch am selben Tag auf den Markt muss. Das Gericht ist also keine Erfindung aus Lust, sondern aus Logistik: eine Sauce, die wartet, und ein Fisch, der nicht wartet.

Der Mechanismus ist einfach: du baust zuerst eine Sauce aus salzigen, sauren und bitteren Elementen auf, die stark genug ist, um den eher milden, fast neutralen Kabeljau zu tragen. Erst wenn diese Basis durchgezogen ist, kommt der Fisch dazu – und zwar nur für den letzten, kurzen Teil des Kochens. Alles andere wäre, als würde man einen Gast zur Vorspeise einladen und ihn erst zum Dessert erscheinen lassen.

Das Timing ist der eigentliche Trick des Rezepts. Die Sauce braucht Zeit, um ihre Schärfe an Säure zu verlieren und rund zu werden, der Fisch braucht fast keine. Kabeljau zerfällt, wenn man ihn zu lange köcheln lässt, weil seine Fasern locker und wasserreich sind, nicht fest wie bei Thunfisch. Deshalb landet er erst spät in der Pfanne, kurz angebraten, dann nur noch sanft in der Sauce gezogen, mit Deckel, damit der Dampf von oben mitarbeitet und man den Fisch nicht wenden muss wie ein Schnitzel.

Beim Kabeljau zählt vor allem eines: er muss durchgehend weiß und nicht glasig sein, aber er darf auf keinen Fall schon anfangen, in Flocken zu zerfallen, wenn du ihn mit der Gabel berührst. Das ist dein Signal, nicht die Uhr. Nimm Stücke mit einigermaßen gleicher Dicke, dann garen sie gleichzeitig und du musst nicht raten. Fehlt Kabeljau, nimm einen anderen festen weißen Fisch mit ähnlich kurzer Garzeit – Schellfisch oder Seelachs funktionieren nach demselben Prinzip, weil sie ähnlich viel Wasser und ähnlich wenig Fett haben.

Die Sardellen und die Kapern sind hier keine Deko, sie sind die Salzquelle der ganzen Sauce – man salzt am Ende kaum noch extra, weil beide schon reichlich Salz mitbringen. Wer Sardellen nicht mag oder nicht hat, kann sie weglassen, verliert dann aber genau diese tiefe, leicht fischige Grundsalzigkeit, die der Sauce ihre Komplexität gibt und sie von einer bloßen Tomatensauce unterscheidet. Kapern dagegen bringen die Säure-Schärfe, keine Hitze wie Pfeffer, sondern einen stechenden, erfrischenden Punkt; ersetzt man sie, dann mit etwas, das ebenso sauer und salzig ist, nicht mit etwas Süßem.

Die schwarzen Oliven sollten welche sein, die noch nach Olive schmecken und nicht nur nach Salzlake – entkernte Oliven aus dem Glas tun es, aber schmecke eine, bevor du zehn hineinwirfst. Sie bringen Bitterkeit, und Bitterkeit ist in dieser Sauce kein Fehler, sondern das Gegengewicht zur Süße der Tomate.

Zwiebel und Knoblauch bilden die Basis jeder italienischen Tomatensauce, und hier liegt ein Punkt, an dem man leicht etwas falsch macht: Manche sagen, man solle Zwiebel und Knoblauch bei starker Hitze schön braun anbraten, damit mehr Geschmack entsteht – aber nein, denn verbrannter Knoblauch wird bitter auf eine schlechte, beißende Art, nicht auf die milde Art der Olive. Du willst die Zwiebel glasig, höchstens golden, bevor die Sardellen dazukommen; das verhindert genau diese bittere Note, die sich später nicht mehr herauskochen lässt.

Die Tomatenpassata ist das Bindemittel, nicht der Star – deshalb löscht man sie auch mit etwas Wasser nach, wenn sie zu dick einkocht. Das Wasser ist hier kein Verlust an Geschmack, sondern die einzige Stellschraube, die du hast, wenn die Sauce zu fest wird, bevor sie Zeit hatte, rund zu werden. Fehlt Passata, nimm passierte Tomaten oder stückige Dosentomaten, die du kurz pürierst – entscheidend ist nur, dass die Flüssigkeit schon von Haut und Kernen befreit ist, sonst wird die Sauce körnig statt samtig.

Zu den Croutons: ein gewöhnlicher Haushaltsofen reicht völlig, du willst sie ja nur aufwärmen und knusprig halten, nicht neu backen. Wer keine fertigen Croutons hat, nimmt altes Weißbrot oder Baguette, schneidet es in Scheiben und knuspert es kurz im Ofen oder in der Pfanne mit etwas Olivenöl – das ist näher am Original als jede Fertigware, denn genau aus solchem übrig gebliebenem Brot ist diese Beilage überhaupt entstanden.

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