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Schokoladen-Crème pâtissière

Eine klassische Crème pâtissière, verfeinert mit Kakao und dunkler Schokolade – cremig und reichhaltig.

Portionen: 4 Kochzeit 25 Min. Desserts
VegetarischEnthält: Milch, Eier
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Zutaten

Schokoladen-Crème pâtissière — zutaten: Milch, Zucker, Eigelb, Kakaopulver, Maisstärke, Zartbitterschokolade

Zubereitung

  1. Milch in einen Topf geben, die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark in die Milch auskratzen.

  2. Die Milch zum Kochen bringen.

  3. Eigelb mit Zucker verrühren und mit dem Schneebesen glatt schlagen.

  4. Maisstärke und Kakaopulver zugeben und zu einer glatten, klümpchenfreien Masse verrühren.

  5. Die Mischung in die heiße Milch geben und ständig rühren, bis die Creme zu stocken beginnt.

  6. Vom Herd nehmen, die gehackte Zartbitterschokolade zugeben und glatt verrühren.

  7. Die Creme in eine Schüssel umfüllen und mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken.

Das ist im Kern eine Crème pâtissière, nur dass sie statt Vanille die Hauptrolle an Kakao und Schokolade abgibt. Der Mechanismus dahinter ist Stärkeverkleisterung: Maisstärke bindet erst ab etwa 80 bis 85 Grad richtig, also dem Punkt, an dem Milch schon sichtbar dampft und erste Blasen am Rand wirft. Deshalb kocht man die Milch erst komplett auf, bevor die Eigelb-Stärke-Mischung hineinkommt – die Hitze muss stark genug sein, um die Stärke in wenigen Sekunden zu aktivieren, sonst hat man am Ende eine klebrige Suppe statt einer Creme, die einen Löffel trägt.

Die Eigelbe sind hier nicht nur Bindemittel, sie sind auch Fettlieferant und Geschmacksträger. Weil aber die Stärke den Großteil der Bindearbeit übernimmt, verträgt diese Creme höhere Temperaturen als eine reine Eigelb-Creme wie Crème anglaise, die bei Überhitzung sofort gerinnt. Manche sagen, Eigelb-Cremes müssten immer bei Zimmertemperatur oder im Wasserbad gezogen werden – aber nein, denn sobald genug Stärke im Spiel ist, schützt die Stärke das Eigelb vor dem Gerinnen, man kann die Mischung direkt in die kochende Milch geben und kräftig weiterrühren.

Die Milch ist hier reines Werkzeug, kein Geschmacksträger von Belang – Vollmilch gibt etwas mehr Fett und damit eine geschmeidigere Textur, aber fettärmere Milch funktioniert genauso, nur wird die Creme minimal leichter in der Zunge statt sämig.

Der Zucker in dieser Menge, 125 Gramm auf einen halben Liter Milch, dient zwei Zwecken: Süße natürlich, aber auch als Lösungsmittel für das Eigelb beim Verrühren – Zucker und Eigelb bilden zusammen eine stabilere Emulsion, als Eigelb allein es täte. Wer die Süße reduzieren will, sollte bedenken, dass Zartbitterschokolade später noch zusätzliche Bitterkeit einbringt, das Verhältnis also schon mitgedacht ist.

Kakaopulver und Schokolade erfüllen unterschiedliche Aufgaben, und das ist keine Doppelung. Das Kakaopulver verteilt sich schon in der Kochphase gleichmäßig in der Flüssigkeit und gibt der Creme ihre Grundfarbe und einen trockeneren, erdigeren Kakaoton. Die Schokolade bringt dagegen Fett aus der Kakaobutter mit, das der Creme erst die seidige, schwere Textur verleiht, die man von guter Schokoladencreme erwartet. Lässt man die Schokolade weg und verdoppelt stattdessen das Kakaopulver, bekommt man eine deutlich magerere, fast schon staubige Creme – kein gleichwertiger Ersatz.

Bei der Schokolade zählt der Kakaoanteil als Kriterium, nicht die Marke: Je höher der Kakaoanteil, desto intensiver und etwas bitterer wird die Creme, und man sollte die Zuckermenge im Rezept dagegen abwägen. Eine Schokolade mit um die 60 bis 70 Prozent Kakaoanteil trifft meist die Balance, die das Rezept im Sinn hat; wer nur Vollmilchschokolade im Haus hat, bekommt eine süßere, mildere Creme und sollte dann vielleicht den Zucker etwas zurücknehmen.

Die Maisstärke ist austauschbar nach dem Kriterium der Bindekraft pro Gramm, nicht nach Namen. Andere native Stärken wie Kartoffelstärke binden ähnlich stark, teils sogar etwas kräftiger, sodass man eher etwas weniger nehmen würde; Weizenmehl dagegen bindet schwächer und trüber und würde hier mehr Menge und längeres Kochen brauchen, um dieselbe Festigkeit zu erreichen.

Die Vanilleschote ist in dieser Version eher ein Unterton als Hauptakteur, weil der Kakao ohnehin dominiert – wer keine Schote zur Hand hat, kann mit einer kleinen Menge Vanilleextrakt arbeiten, die man allerdings erst am Ende einrührt, da der Alkohol beim Kochen seinen Duft sonst verliert. Und zum Schluss: Die Folie direkt auf der Oberfläche ist kein Zierrat, sondern verhindert genau die Haut, die sich sonst durch Wasserverdunstung an der Luft bildet – spart man sich diesen Schritt aus Ungeduld, hat man später eine Gummischicht obendrauf, die keiner essen will.

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