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Süß-saurer Nudelsalat

Ein süß-saurer Nudelsalat mit knackigem Gemüse, Ananas und Avocado.

Portionen: 4 Vorbereitung 10 Min. Kochzeit 15 Min. Salate
VeganEnthält: Gluten, Nüsse, Soja
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Zutaten

Zubereitung

  1. Ananassaft, Reisessig, Ketchup, braunen Zucker, geriebenen Ingwer, Sojasauce und Maisstärke in einem Topf verrühren, aufkochen und einige Minuten köcheln, bis die Sauce eindickt. Abkühlen lassen.

    5 Min.
  2. Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen und die Edamame in der letzten Minute dazugeben. Abgießen und mit Eiswasser abschrecken.

    10 Min.
  3. Nudeln und Edamame mit der Hälfte der süß-sauren Sauce vermengen.

  4. Karotte und Spitzkohl in eine Schüssel geben, Nudeln mit Edamame darauf verteilen. Zuckerschoten, Frühlingszwiebel, Ananas, Avocado und restliche Sauce dazugeben.

  5. Mit frischem Koriander, Sesam und Erdnüssen bestreut servieren.

Das hier ist kein Nudelsalat im deutschen Sinn, also keine Mayo-Nudeln aus dem Schraubglas. Das ist ein Gericht, das von einem Prinzip lebt: Süße und Säure im Gleichgewicht, und Textur gegen Textur. Ananassaft gegen Essig, Ketchup gegen Ingwer, dann rohes Gemüse, das knackt, gegen weiche Nudeln, die kühl bleiben. Alles hängt daran, dass nichts warm serviert wird – sonst würde die Avocado matschig und der Kohl welk, und genau das will man nicht.

Deshalb auch die Eiswasser-Dusche nach dem Kochen der Nudeln. Manche sagen, man solle Nudeln nie mit Wasser abschrecken, das wasche die Sauce später ab – aber nein, denn hier ist das Ziel kein warmes Pastagericht, sondern ein kalter Salat, und die Stärke an der Oberfläche der Nudeln soll genau dort bleiben, aufgeraut und offen für die süß-saure Sauce, die man gleich darüberkippt. Abschrecken stoppt das Garen, nicht nur die Temperatur.

Die Sauce selbst ist ein kleiner Mechanismus für sich: Maisstärke bindet erst bei richtiger Hitze, man erkennt das daran, dass sie von durchsichtig-flüssig zu glänzend-sämig kippt, fast wie ein Lacküberzug. Das ist der Punkt, an dem man den Topf vom Herd nimmt, nicht nach einer festen Minutenzahl. Zu früh runter, und die Sauce bleibt wässrig und rutscht vom Salat; zu spät, und sie wird klebrig wie Tapetenkleister.

Ramen-Nudeln sind hier austauschbar nach einem Kriterium, nicht nach Marke: Es muss eine Nudel sein, die schnell gar wird und beim Abkühlen nicht zu einem Klumpen verklebt. Instant-Nudeln ohne die Würzpulver-Tüte funktionieren, dünne Weizennudeln auch, sogar Mie-Nudeln aus dem Asia-Regal. Spaghetti dagegen sind zu dick und zu glatt, die Sauce rutscht ab statt zu haften.

Edamame bringen Protein und einen leichten Biss, der an grüne Bohnen erinnert – und genau das ist auch der Ersatz, wenn man keine Edamame findet: dünn geschnittene grüne Bohnen, kurz blanchiert, oder notfalls Zuckerschoten in doppelter Menge, dann aber die separat aufgeführten Zuckerschoten reduzieren, sonst wird die Textur einseitig.

Karotte und Spitzkohl sind das Rückgrat der Knackigkeit. Beide werden roh verwendet, deshalb kommt es auf den Schnitt an: dünne Streifen bei der Karotte, fein geschnitten beim Kohl, damit man sie kauen kann, ohne dass sie wie ein ganzer Kohlkopf im Mund explodieren. Eine Karotte ist roh richtig, wenn sie sich beim Biegen leicht wölbt, bevor sie bricht – zu alte Karotten biegen sich gar nicht mehr, die schmecken dann auch holzig.

Ananas, frisch gewürfelt, liefert die zweite Süßeschicht neben dem Ananassaft in der Sauce – das ist kein Zufall, sondern Wiederholung mit Absicht: Saft für die gleichmäßige Süße in der Sauce, Fruchtstücke für den Biss und die kleinen Säureinseln beim Kauen. Dosenananas geht als Ersatz, dann aber den Zuckergehalt im Blick behalten und den braunen Zucker in der Sauce etwas reduzieren.

Avocado und Koriander kommen erst ganz am Schluss dazu, und das aus gutem Grund: Avocado oxidiert und wird braun, Koriander verliert sein Aroma, sobald er zerdrückt oder zu früh mit Säure in Kontakt kommt. Wer Koriander nicht mag – das ist erlaubt, es gibt Leute, denen schmeckt er nach Seife, das ist genetisch, keine Geschmacksschwäche –, nimmt glatte Petersilie, verliert aber die charakteristische Frische.

Erdnüsse und Sesam sind der letzte Textur-Kontrast: Crunch gegen die weichen Nudeln und die cremige Avocado. Ungesalzene Erdnüsse funktionieren auch, dann salzt man die Sauce selbst nach, da die Sojasauce allein oft nicht reicht. Dieses Gericht braucht keine Kartoffeln und kein Brot dazu, es ist in sich komplett – wer trotzdem Brot auf den Tisch stellen will, soll das tun, aber die Sauce wird dann vom Brot aufgesogen und fehlt im Salat, also eher getrennt reichen als vermischen.

Geduld ist hier vor allem beim Kühlen gefragt: Die Sauce muss wirklich abkühlen, bevor sie auf die Nudeln kommt, sonst gart sie das Gemüse leicht an und der ganze Sinn des kalten Salats ist weg. Ein Topf im Wasserbad oder zehn Minuten im Kühlschrank reichen meist, aber das Zeichen ist die Konsistenz: Die Sauce soll beim Löffeln nicht mehr dampfen und leicht zähflüssig vom Löffel laufen, nicht tropfen.

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