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Ricotta-Knusperecken

Dünn ausgerollte Teigstreifen mit Ricotta im Teig, in der Mitte eingeschnitten, frittiert oder gebacken und mit Puderzucker bestreut.

Portionen: 6 Vorbereitung 30 Min. Kochzeit 20 Min. Backen
VegetarischEnthält: Gluten, Milch
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Zutaten

Zubereitung

  1. Mehl in eine Schüssel geben, Backpulver, Zucker und Zitronen- oder Orangenschale hinzufügen und mit einem Holzlöffel vermischen.

    5 Min.
  2. Ricotta zugeben und den Teig mit den Händen verkneten, bis er elastisch und glatt ist.

    10 Min.
  3. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und ruhen lassen.

    15 Min.
  4. Den Teig auf eine leicht bemehlte Fläche legen und mit dem Nudelholz sehr dünn ausrollen.

    5 Min.
  5. Den Teig mit einem Messer oder einem Ravioli-Rädchen in Rechtecke schneiden. In der Mitte einen Schlitz einschneiden.

    5 Min.
  6. Ausreichend Sonnenblumenöl in eine Pfanne geben und auf 170 Grad erhitzen.

    5 Min.
  7. Die Teigecken portionsweise zu 2-3 Stück goldbraun ausbacken.

    10 Min.
  8. Die fertigen Teigecken mit einer Zange auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller legen.

    2 Min.
  9. Vor dem Servieren die Teigecken reichlich mit Puderzucker bestreuen.

    1 Min.
  10. Wer im Ofen backen möchte: Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und bei 180 Grad etwa 20 Minuten backen.

    20 Min.

Was wurde geändert

Statt Erdnussöl wird Sonnenblumenöl zum Frittieren verwendet, da es in deutschen Küchen gebräuchlicher ist.

Das sind keine Kekse, das ist frittiertes Gebäck, das durch den Ricotta seine Textur bekommt – nicht durch Butter, nicht durch Eier. Ricotta hat wenig Fett, aber viel Wasser, und genau dieses Wasser verdampft beim Frittieren in den dünn ausgerollten Teigfetzen und bläht sie auf. Deshalb muss der Teig so dünn wie möglich sein: dick bleibt er zäh, dünn wird er knusprig, weil die Hitze sofort durchkommt.

Der Schlitz in der Mitte ist kein Dekor. Er lässt das Öl von beiden Seiten an den Teig, sodass das Stück sich beim Frittieren aufklappt und gleichmäßig bräunt statt sich zu einer dicken Kugel zusammenzuziehen. Wer den Schlitz weglässt, bekommt innen oft noch teigige Stellen, während außen schon alles dunkel ist.

Manche sagen, man solle den Teig lange kneten, damit er „schön elastisch“ wird wie bei Brot. Aber nein, denn hier will man kein Glutengerüst, das zäh zieht – man will einen Teig, der sich dünn ausrollen lässt, ohne sofort wieder zurückzuspringen. Zehn Minuten Kneten reichen, bis nichts mehr bröckelt; mehr macht ihn nur störrischer.

Die Ruhezeit ist keine Formalität, sondern Arbeit, die der Teig allein erledigt: Das Mehl nimmt die Flüssigkeit aus dem Ricotta vollständig auf, das Gluten entspannt sich. Rollt man sofort aus, zieht sich der Teig ständig zusammen und man kämpft mit dem Nudelholz, statt zu arbeiten.

170 Grad Öl erkennt man ohne Thermometer daran, dass ein kleines Teigstück sofort an die Oberfläche steigt und leise, aber beständig Blasen wirft – nicht wild sprudelt, nicht träge versinkt. Ist das Öl zu kalt, saugt sich der Teig damit voll und wird fettig statt knusprig, weil er zu langsam gart und zu lange im Öl bleibt. Ist es zu heiß, bräunt die Außenseite, bevor die Mitte überhaupt durchgegart ist – dann hat man außen Lack und innen rohen Teig. Ein normaler Haushaltsherd mit einer breiten Pfanne hält diese Temperatur nicht von allein, man muss die Hitze beim Nachlegen der Teigstücke zurücknehmen, weil jedes Stück Teig dem Öl Wärme entzieht.

Der Ricotta ist die Zutat, an der das Rezept wirklich hängt, und hier zählt nicht die Marke, sondern der Wassergehalt: Je trockener und fester der Ricotta, desto formbarer der Teig, desto weniger Mehl braucht man zum Ausgleich nachzuarbeiten. Ist er sehr feucht, wird der Teig klebrig – dann einfach etwas mehr Mehl beim Kneten zugeben, nicht beim Rezept ändern, sondern beim Fühlen entscheiden. Als Ersatz taugt jeder milde, cremige Frischkäse mit ähnlich fester Konsistenz, etwa Quark, der gut abgetropft ist, damit er nicht zu nass wird.

Zitronen- oder Orangenschale ist hier kein Aroma zum Angeben, sondern der einzige Geschmacksgeber neben Zucker in einem sonst neutralen Teig. Wichtig ist nur die Schale, nicht die weiße Haut darunter, die bitter schmeckt. Hat man keine frische Zitrusfrucht da, kann man darauf auch verzichten – der Teig wird dann einfach unauffälliger, nicht falsch.

Das Backpulver sorgt im Frittieröl für die kleinen Blasen im Teig, die ihn leichter machen, als er bei reinem Mehl-Ricotta-Teig wäre. Zu viel davon schmeckt man als metallische Note heraus, zu wenig macht die Ecken dichter – ein Teelöffel auf 450 Gramm Mehl ist schon fein austariert, daran sollte man nicht grob herumschrauben.

Wer das Frittieren scheut, kann die Ecken auch im Ofen backen, aber dann entsteht ein anderes Gebäck: trockener, bisschen bröseliger, ohne die glasige Kruste, die nur das Öl erzeugt. Das ist keine Notlösung, sondern eine andere Zubereitungsart mit anderem Ergebnis – wer Knusprigkeit vom Frittieren erwartet, wird vom Ofen enttäuscht sein, das ist kein Fehler im Rezept, sondern ein Unterschied im Prinzip.

Der Puderzucker kommt erst ganz am Ende, nie vorher. Auf noch heißem Gebäck zerläuft er zu klebrigen Flecken statt als feiner weißer Flaum liegen zu bleiben – ein kleiner Geduldspunkt, aber Geduld ist hier so eine Art stille Zutat, die man nirgends im Einkaufszettel findet, aber beim Essen sofort merkt, wenn sie gefehlt hat.

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