KI-FotoKartoffel-Käse-Gratin (Gâteau di Patate)
Ein herzhafter italienischer Kartoffelauflauf mit Mozzarella, Scamorza und Parmesan – cremig innen, goldbraun gebacken.
Die Kennzeichnungen werden automatisch aus den Zutaten ermittelt und können fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel die Verpackung.
Zutaten

- 1 kg Kartoffel
- 2 Stk. Eier
- 160 g Mozzarella
- 150 g Geräucherter Scamorza
- Olivenöl nach Geschmack
- 70 g Parmesan
- Paniermehl nach Geschmack
- Salz nach Geschmack
- Schwarzer Pfeffer nach Geschmack
Zubereitung
Kartoffeln waschen und in einem breiten, vollständig mit Wasser bedeckten Topf mindestens 45 Minuten weich kochen.
45 Min.Den Mozzarella vorbereiten: Flüssigkeit abgießen, in kleine Stücke schneiden und in einem Sieb abtropfen lassen.
Die gegarten Kartoffeln abgießen, abkühlen lassen und schälen.
Die Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse in eine große Schüssel drücken.
Zum Kartoffelpüree Eier, Salz und schwarzen Pfeffer geben und gut vermischen.
Mozzarella und gewürfelten Scamorza hinzufügen und zu einer homogenen Masse verrühren.
Eine rechteckige Auflaufform mit Olivenöl einfetten und mit Paniermehl bestreuen.
Die Kartoffel-Käse-Masse in die Form füllen und mit einem Löffel oder einer Teigkarte glattstreichen.
Mit Parmesan bestreuen und im auf 180°C vorgeheizten Ofen 30 Minuten backen.
30 Min.Das fertige Gâteau kurz abkühlen lassen und den Gästen bei Zimmertemperatur servieren.
Dieses Gâteau di Patate ist kein Gratin, bei dem Kartoffelscheiben in Sahne schwimmen. Es ist ein Kartoffelkuchen – fest genug, dass man ein Stück davon abschneiden und wie eine Tortenscheibe auf den Teller legen kann. Der Name sagt es schon: Kuchen, nicht Auflauf. Das hängt ganz am Püree: es muss trocken und bindefähig sein, sonst zerfällt dir das ganze Ding beim Anschneiden zu einem cremigen Brei, der zwar schmeckt, aber keine Form hält.
Deshalb kocht man die Kartoffeln mit Schale. Manche sagen, man solle sie schälen und dann kochen, das gehe schneller – aber nein, denn geschälte Kartoffeln saufen sich im Kochwasser voll, und genau dieses zusätzliche Wasser ist später dein Feind. Du willst Stärke und Geschmack im Inneren behalten, nicht Wasser aufnehmen, das du dann mühsam wieder verdampfen musst. Die Schale ist eine Barriere, keine Mode.
Die Bindung kommt dann von zwei Seiten: die Stärke der Kartoffel selbst, und die Eier, die beim Backen gerinnen und alles zusammenhalten wie Zement im Beton. Käse ist hier nicht Belag, sondern Füllung – Mozzarella schmilzt zu Fäden, Scamorza bringt Rauch und Biss in Würfeln, Parmesan oben wird zur Kruste. Ohne diese drei Texturen wäre es nur Kartoffelpüree mit Käsegeschmack, und das ist ein anderes Gericht.
In Süditalien, wo dieser Kuchen herkommt, war das eine Art, aus wenig teurem Grundnahrungsmittel – der Kartoffel – ein Sonntagsgericht zu machen, das aussieht wie etwas Besonderes, aber nur Reste von Käse und ein paar Eier braucht. Das ist der eigentliche Witz: billige Zutat, festliche Form.
Zur Kartoffel: nimm mehligkochende Sorten, nicht festkochende. Mehligkochend heißt, sie zerfällt beim Kochen, gibt viel Stärke frei – genau das, was dir die Bindung liefert. Festkochende Kartoffeln bleiben körnig, das Püree wird klumpig und bindet schlechter, egal wie fest du drückst. Für diesen Kuchen ist das Gegenteil von dem gefragt, was man für Kartoffelsalat will.
Die Presse ist kein Luxuswerkzeug, sondern Technik: Sie drückt die Kartoffel durch feine Löcher, ohne die Zellwände aufzureißen. Ein Stampfer oder gar ein Pürierstab reißt die Zellen auf, die Stärke tritt massiv aus, und das Ergebnis wird klebrig-leimig statt locker. Hast du keine Presse, geht ein grobes Sieb, durch das du mit einem Löffel drückst – mühsamer, aber der Mechanismus ist derselbe: pressen, nicht zerschlagen.
Die Eier sind das Bindemittel, das beim Backen fest wird. Zwei Eier auf ein Kilo Kartoffeln ist ein Verhältnis, das trägt, ohne den Kuchen eiig-fest wie ein Omelett zu machen. Wer kein Ei nehmen kann oder will: das Kriterium ist ein Eiweiß, das beim Erhitzen gerinnt und Struktur gibt. Ein Löffel mehr Parmesan und etwas mehr Paniermehl in der Masse selbst können einen Teil davon auffangen, binden aber schwächer – das Ergebnis wird etwas bröckeliger.
Beim Käse: Mozzarella soll feucht abtropfen, bevor er in die Masse kommt, sonst bringt er genau das Wasser zurück, das du den Kartoffeln gerade ausgetrieben hast. Scamorza affumicata gibt Rauch und einen festeren Biss, weil er weniger Wasser enthält als Mozzarella. Fehlt dir geräucherter Scamorza, nimm ein anderes Schnittkäse mit Rauchnote oder notfalls Provolone – das Kriterium ist: fest genug zum Würfeln, schmilzt aber beim Backen. Parmesan obenauf ist nicht Deko, sondern die einzige Kruste, die du bekommst, weil der Kuchen selbst nicht knusprig wird. Ein anderer lang gereifter Hartkäse erfüllt dieselbe Aufgabe: Salz und Röstung an der Oberfläche.
Das Paniermehl in der Form hat eine ganz eigene Funktion: es verhindert, dass der Kuchen am Boden festklebt und beim Stürzen auseinanderreißt. Olivenöl allein reicht nicht, weil die feuchte Kartoffelmasse trotzdem anhaftet; die raue Paniermehlschicht gibt eine Trennebene. Wer ihn nicht aus der Form stürzen will, kann darauf verzichten und direkt aus der Form servieren – dann fehlt dir nur die knusprige Unterseite, kein Beinbruch.
Zum Backofen in einer gewöhnlichen Wohnungsküche: 180°C ist die Temperatur, bei der der Käse im Inneren durchgehend schmilzt und die Eier stocken, ohne dass die Oberfläche verbrennt, bevor die Mitte warm ist. Fertig ist der Kuchen nicht nach der Uhr, sondern wenn die Oberfläche goldbraun ist und beim Draufdrücken fest zurückfedert, nicht mehr wabbelig nachgibt wie rohe Masse. Die 30 Minuten sind die Untergrenze – dein Ofen, besonders wenn er älter ist oder ungleich heizt, kann mehr brauchen. Geduld beim Abkühlen ist hier eine eigene Zutat: schneidest du zu früh an, ist der Käse noch flüssig, und der Kuchen fällt zusammen statt in sauberen Stücken zu halten. Warte, bis er lauwarm ist, dann hält er die Form, die du ihm gegeben hast.